Kein Ausschluss über adsenseformobileapps.com mehr möglich

By 5. September 2018Online Werbung

Wie Google Werbetreibende per E-Mail informiert hat, wird es ab September nicht mehr möglich sein, die Anzeigenschaltung auf mobilen Apps über das ausschließende Placement „adsenseformobileapps.com“ zu verhindern.

Was ist adsenseformobileapps.com?

Bei adsenseformobileapps.com handelt es eigentlich nur um eine Domain, die zu einer Hilfe-Seite weiterleitet, bei der es um die Ausrichtung von Anzeigen auf mobile Apps geht. Diese Domain konnte jedoch auch dafür verwendet werden um die Anzeigenschaltung in mobilen Apps bei Display Kampagnen zu verhindern. Dazu musste die Domain nur als ausschließendes Placement hinzugefügt werden. Diese Option wurde von einigen Werbetreibenden genutzt um die qualitativ meist geringwertigen Zugriffe über mobile Apps (z.B. unabsichtliche Klicks, Klicks auf die Anzeige obwohl diese weggeklickt werden sollte) zu minimieren.

Google entfernt adsenseformobileapps.com als Ausschlusskriterium

Wie Google jedoch bereits im Sommer angekündigt hat, ist dies ab September nicht mehr möglich, da sowohl adsenseformobileapps.com als Placement und darüber hinaus auch der ausschließende Inhalte „GMob-Mobile App (keine Interstitial-Anzeigen)“ entfernt werden.

Besonders ärgerlich ist dabei die Vorgehensweise und Argumentation von Google, da wieder einmal damit argumentiert wurde, dass die Kampagnensteuerung und die Ausrichtung auf mobile Endgeräte nun „deutlich einfacher“ sein würde. Zudem könnten Werbetreibende Ihre Reichweite steigern. Ob dies auch so gewollt ist, ist natürlich eine ganz andere Frage, denn in Wirklichkeit wurde Werbetreibenden, die diese Funktion kannten und bewusst genutzt hatten einfach eine wichtige Kontrollmöglichkeit genommen. Der Aufwand, um ein ähnliches Resultat wie vor der Umstellung zu erreichen ist natürlich deutlich aufwändiger und ineffizienter, als das Hinzufügen von „adsenseformobileapps.com“ als ausschließendes Placement, was das Argument der Vereinfachung ad absurdum führt. Diese Argumentationslinie hat bei Google jedoch System und konnte auch schon bei der Aufweichung der Keyword-Option „Exakt passend“ beobachtet werden.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Werbetreibende haben nun die Wahl zwischen der Anzeigenschaltung auf mobilen Websites und Apps, der Nutzung von Gebotsanpassungen für mobile Endgeräte oder dem Ausschluss mobiler Endgeräte. Es ist kaum, bzw. nur mit hohem Aufwand möglich Anzeigen auf mobilen Websites zu schalten, und gleichzeitig die Anzeigenschaltung in mobilen Apps zu minimieren.

Gebotsanpassungen für mobile Endgeräte

Aktuell scheint die praktikabelste Vorgehensweise die Verwendung von Gebotsanpassungen für mobile Endgeräte sein, wobei sich diese auf das gesamte mobile Inventar bezieht. Wird zum Beispiel eine Gebotsanpassung von -50% für mobile Endgeräte vorgenommen, so betrifft dies nicht nur mobile Apps, sondern auch mobile Websites, über die in der Regel deutlich hochwertigere Zugriffe generiert werden können als über Apps.

Kampagnen nach Endgerät trennen

Eine weitere Möglichkeit ist die Erstellung von zwei getrennten Kampagnen – eine für Desktop PCs und Tablets und eine für Smartphones, und diese über die „spezifische Ausrichtung auf Geräte“ in den erweiterten Kampagneneinstellungen auf die jeweils betreffenden Geräte auszurichten. In der auf Smartphones ausgerichteten Kampagne können die CPC Gebote nun deutlich gesenkt werden. Grundsätzlich unterscheidet sich diese Option kaum von der Nutzung von Gebotsanpassungen, hat jedoch den großen Vorteil, dass die Budgets getrennt verwaltet werden können. Möchte man trotzdem eine gewisse Präsenz auf mobilen Websites sicherstellen, darf die Gebotsanpassung nicht zu stark ausfallen, wodurch mobile Apps erst wieder einen Großteil des Budgets einer einzelnen Kampagne für sich beanspruchen würden. Durch die Trennung wird dieser Effekt entschärft.

Manueller Ausschluss von Apps & Skripte

Darüber hinaus können mobile Apps regelmäßig ausgeschlossen werden, was sich durch die schier unendliche Anzahl an Apps und die manuelle Evaluierung der Leistungsdaten jedoch als Sisyphos-Arbeit entpuppen dürfte. Daher sollte diese Arbeit am besten über ein Script erledigt werden, das mobile Apps automatisch ausschließt, sobald diese in den Placement Berichten aufscheinen.

Empfehlenswert ist hier das Script von Frederick Vallaeys, das jedoch nicht einfach alle Apps ausschließt, sondern gezielt jene Apps identifiziert, die entweder keine Conversions generieren oder zu hohe Kosten pro Conversion aufweisen. Link zum Script und den erklärenden Artikel im Search Engine Journal (englisch).

Ausschluss von App Kategorien über den Google Ads Editor

Kirk Williams hat auf dem Blog der Agentur ZATO PPC Marketing einen weiteren Weg vorgestellt, wie ganze App Kategorien über den Google Ads Editor ausgeschlossen werden können. Die komplette Anleitung wird in diesem Blogbeitrag (englisch) erläutert:

  1. Letzte Änderungen im Google Ads Editor herunterladen
  2. Display Kampagnen auswählen
  3. In der linken Navigation unter „Verwalten“ unter dem Eintrag „Keywords und Ausrichtung“ den Menüpunkt „Kategorien für mobile Apps, Auszuschließend“ auswählen
  4. Auszuschließende Kategorie für mobile Apps hinzufügen
  5. Alle Apps oder einzelne Kategorien auswählen und Auswahl speichern
  6. Änderungen hochladen

Fazit

Die aus meiner Erfahrung praktikabelsten Lösungen sind das Skript von Frederick Vallaeys, da es mobile Apps nicht durchgängig sondern auf Basis der Leistungsdaten ausschließt. Dies funktioniert natürlich nur bei Kampagnen mit funktionierendem Conversion Tracking und einer ausreichenden Anzahl an Conversions pro Placement. In allen anderen Fällen und bei kleinen Werbekonten mit begrenzten Mitteln ist ein Ausschluss der App Kategorien über den Google Ads Editor wohl die beste Option.

Christoph Hoffinger

Christoph Hoffinger beschäftigt sich seit 10 Jahren mit Online Marketing. Der erste Kontakt entstand durch die Teilnahme an der Google Online Marketing Challenge im Zuge des Master Studiums. Nach diversen Tätigkeiten im Bereich Online Marketing erfolgte 2011 die Gründung einer auf Performance Marketing spezialisierten Agentur.

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