Tipps für den Einsatz von automatisierten Regeln in Google Ads

Mit automatisierten Regeln können Änderungen an Kampagnen auf Basis zuvor festgelegter Bedingungen automatisch vorgenommen werden. Der Einsatz von automatisierten Regeln kann sich vor allem bei routinemäßig durchgeführten Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Anpassen von Geboten, auszahlen. Trotz aller Vorteile können Unachtsamkeiten zu unerwünschten Effekten und einer Verschlechterung der Kampagnenleistung führen und sollten daher mit Bedacht eingesetzt werden.

Erstellung automatisierter Regeln

Die Einstellungen für automatische Regeln befinden sich jeweils auf dem Reiter der jeweiligen Kontoebene (Kampagnen, Anzeigengruppen, Keywords oder Anzeigen) und können über das Icon mit den drei vertikal ausgerichteten Punkten rechts unterhalb des Diagramms aufgerufen werden.

Für die Erstellung einer neuen Regel muss zuerst die Art der Regel (z.B. Keyword-Gebote ändern) ausgewählt werden. Die Optionen variieren dabei je nach Kontoelement.

Im nächsten Schritt werden die Aktion selbst, die ausgelöst werden soll (z.B. neues Gebot festlegen), sowie die Bedingung für das Auslösen der Regel (z.B. Anzeigenposition schlechter als 3) definiert.

Die Häufigkeit der Regel sollte dem Zeitraum der Daten entsprechen, da die Regel ansonsten immer auf Basis veralteter Daten ausgelöst wird (z.B. tägliches Anheben der CPC Gebote, da die Anzeigenposition in der vergangenen Woche schlechter als 3 war).

Bevor die Regel gespeichert wird, sollte unbedingt die Vorschaufunktion verwendet werden um sich die Auswirkungen der Regel auf die Kampagnen anzusehen.

Aktionen, sowie Min/Max Werte festlegen
Bedingungen für Auslösung der Regel
Häufigkeit und Bewertungszeitraum
Unbedingt die Vorschaufunktion nutzen

Automatische Regeln im Überblick

Die Anwendungsmöglichkeiten der automatisierten Regeln umfassen Änderungen zu Status (aktivieren/pausieren), Geboten (erhöhen/senken) und Budget (erhöhen/senken). Regeln können entweder einmalig oder täglich, wöchentlich oder monatlich eingestellt werden. Hier eine Auflistung der verfügbaren Regeln:

Regeln für Kampagnen

  • Kampagnen pausieren
  • Kampagnen aktivieren
  • E-Mail senden
  • Budgets ändern

Regeln für Anzeigengruppen

  • Anzeigengruppen pausieren
  • Anzeigengruppen aktivieren
  • E-Mail senden
  • Anzeigengruppengebote ändern

Regeln für Keywords

  • Keywords pausieren
  • Keywords aktivieren
  • Keyword-Gebote ändern
  • E-Mail senden

Regeln für Anzeigen

  • Anzeigen pausieren
  • Anzeigen aktivieren
  • E-Mail senden

Weitere Informationen für die Erstellung und Verwaltung von Regeln

Es ist möglich, sich per E-Mail verständigen lassen, sobald eine Regel aktiv wurde. Die Änderungen werden allerdings auch in einem „Protokoll“ direkt im AdWords Konto abgespeichert. In diesem Änderungsprotokoll erfährt man ob eine Regel aktiv, abgeschlossen, oder nicht abgeschlossen ist. Sollten Fehler bei der Aktivierung der Regeln passiert sein, so werden diese ebenfalls angeführt.
Bestehende Regeln können über den Menüpunkt „regeln“ in der Kategorie Bulk-Aktionen im Top Menü verwaltet werden.

Was muss bei der Verwendung automatisierter Regeln beachtet werden?

So verlockend die Aussicht auf eine effizientere Kampagnenverwaltung auch klingen mag, so sollte man sich im Vorfeld ganz genau überlegen, wo und wie man automatisierte Regeln anwenden möchte. Es gibt zudem ein paar Dinge, die unbedingt beachtet werden sollten, da sich die Automatisierung sonst negativ auf die Kampagnenleistung auswirken könnte.

Minimum & Maximum Limits einstellen

Es wird dringend empfohlen bei Änderungen von Geboten einen Minimal- bzw. Maximalwert anzugeben. Durch diese Einstellung kann verhindert werden, dass Gebote unverhältnismäßig niedrig oder hoch werden.

Angenommen man möchte, dass die Gebote aller Keywords mit einer Position schlechter als 3 wöchentlich um 10% angehoben werden. Bei umworbenen Suchbegriffen kann dies mit der Zeit zu einem sehr hohen Gebot führen, da die Konkurrenz ebenfalls ihre Gebote für die Top Positionen erhöht. Es kann schließlich sein, dass eine Schaltung zu dem aktuellen CPC nicht mehr rentabel ist, da die Akquisekosten zu hoch sind.

Dasselbe Problem kann natürlich auch bei einer kontinuierlichen Senkung der Gebote für weniger erfolgreiche Keywords auftreten. Die ständige Verringerung der Gebote kann letztendlich dazu führen, dass überhaupt keine Zugriffe mehr generiert werden, da das aktuelle Gebot nur mehr eine Schaltung auf sehr niedrigen Positionen ermöglicht oder sogar unter dem Gebot für die erste Seite liegt.

Berücksichtigung von Nullwerten

Die Erstellung einer Regel kann auch Änderungen mit sich bringen, an die man im Vorfeld nicht gedacht hat und die auch nicht gewünscht sind. Eine häufige Fehlerquelle sind in diesem Zusammenhang Kennzahlen mit einem Wert von Null.

Angenommen, man möchte die Gebote für jene Keywords erhöhen, deren Kosten pro Conversion unter 5 Euro liegen. Erstellt man die Regel nur auf Basis dieser Bedingung würden die CPC Gebote auch für jene Keywords erhöht werden, die keine Conversion generiert und bei den Kosten pro Conversion einen Wert von Null aufweisen.

Dieser Effekt kann jedoch sehr einfach vermieden werden, indem eine zweite Bedingung hinzugefügt wird, die besagt, dass die Kosten pro Conversion größer als Null sein müssen.

Mit der Vorschau-Funktion Fehler vermieden

Die vorherigen Beispiele haben gezeigt, wie wichtig es ist zu verstehen in welcher Art und Weise und vor allem in welchem Ausmaß bestimmte Regeln die Kampagnen und Kampagnenleistung beeinflussen. In der Eingabemaske der automatischen Regeln gibt es die Möglichkeit, sich eine Vorschau der Regel anzusehen.

Die Option bietet eine Voransicht der Änderungen und gibt z.B. die Anzahl der von der Änderung betroffenen Keywords mit den neuen Geboten an. Die Vorschaufunktion kann vor allem zu Beginn sehr wichtig sein um ein Gefühl für den Effekt der geplanten Änderungen zu bekommen und um etwaige Adaptionen vorzunehmen.

Auf die Änderungsfrequenz achten

Neben den Bedingungen der betreffenden Regeln ist auch auf eine sinnvolle Einstellung der Anwendungsfrequenz zu achten. Die Häufigkeit, mit der die automatisierte Regel zum Einsatz kommt sollte mit dem Zeitraum der Daten korrelieren.

Angenommen, man erstellt eine Regel, die Gebote für Keywords mit einer Position schlechter als 4 täglich um 10% anhebt, verwendet allerdings einen Zeitraum von einem Monat. Dies würde bedeuten, dass die Gebote täglich angehoben werden, da der hinterlegt Zeitraum zu lange ist, um den positiven Effekt der bereits angehobenen Gebote auf die durchschnittliche Position reflektieren zu können. Es wird daher empfohlen die Änderungshäufigkeit mit dem Zeitraum der Daten abzustimmen.

Abschließende Tipps für den Einsatz von Regeln

Der Einsatz von automatisierten Regeln kann in vielen Fällen eine enorme Zeitersparnis bedeuten, in anderen jedoch mehr Schaden anrichten, vor allem wenn man sich der Effekte der Änderungen nicht bewusst ist, bzw. diese nicht richtig abschätzen kann. Automatisierte Regeln sind ein mächtiges Tool, welches aber auch mit der nötigen Vorsicht eingesetzt werden muss.

  1. Man sollte sich genau überlegen, welche Tätigkeiten über die Regeln abgewickelt werden sollen und wie und in welchem Ausmaß die Regeln die Kampagnen beeinflussen.
  2. Durch die Nutzung der Vorschau-Option können die Auswirkungen auf die aktuellen Kampagnen besser abgeschätzt werden.
  3. Bei der erstmaligen Verwendung sollte eine einmalige Regel erstellt und deren Auswirkungen evaluiert werden, bevor die Regel permanent angewendet wird.
  4. Es wird empfohlen mit einfachen Regeln zu beginnen und erst nach einer gewissen Zeit komplexere Regeln anzuwenden, wenn man schon über etwas mehr Erfahrung verfügt.

Fazit

Die Erstellung von automatischen Regeln kann Werbetreibenden routinemäßig durchgeführte Tätigkeiten abnehmen. In Verbindung mit bestimmten Bedingungen können so Änderungen beim Status, Geboten oder dem Budget vorgenommen werden, ohne sich dafür extra im AdWords Konto anmelden zu müssen. Vor allem bei großen Konten kann dies eine wesentliche Zeitersparnis bedeuten.

Es ist aber wichtig bei der Erstellung von automatischen Regeln behutsam vorzugehen, besonders wenn man das Ausmaß der Änderungen noch nicht abschätzen kann. Ansonsten können sich die Leistungsdaten genau in die entgegengesetzte Richtung entwickeln, als eigentlich vorgesehen.